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Die Reizangel
Dem Training mit der Reizangel kann wohl kein Hund wiederstehen! Dabei kann er all seine angeborenen jagdlichen Triebe und Instinkte ausleben. Man kann wunderbar beobachten, dass das Jagen Hunden im Blut liegt: auch ein unerfahrener Hund kann sich anschleichen, die Beute richtig hetzen und den Mäuselsprung! Es ist eine wunderbar artgerechte Beschäftigung für alle Hunde. Ursprünglich kommt das Training aus dem Jagdbereich und wird dazu benutzt, um Hunde für die "richtige" Jagd auf Wild zu trainieren.

Was ist die Reizangel?
Eine Reizangel sollte ein ca. 150cm - 200cm langer Stock mit einer ebenso langen Schur sein. Die Schnur darf nicht zu dünn sein, damit der Hund sich nicht verletzt, wenn er sich einmal im Eifer des Gefechtes verheddern sollte.Außerdem lassen sich aus etwas dickeren Schnüren die Knoten besser lösen, mit denen das Objekt der Begierde am Ende festgebunden ist.
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Meine Reizangel habe ich aus einen 150cm langen Bambusstock und einer (2.000cm langen) Wäscheleine aus Sisal gebastelt. Ich habe an einem Ende des Stocks ein Loch gebohrt, durch welches das Seil genau hindurch passt. Dann habe ich das Seil auf die Länge von 150cm gekürzt und durch das Loch geführt. Damit es nicht ganz hindurch rutscht habe ich auf beiden Seiten einen Knoten gemacht.
Danach habe ich an das andere Ende des Seils ein dickes Stück getrocknete Rinderkopfhaut fest verknotet.
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So schaut meine Reizangel im Ganzen aus.
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Wie funktioniert die Reizangel?
Der Hund wird nun abgesetzt und die Beute in einiger Entfernung auf den Boden geworfen. Dann wird der Hund zum Apport geschickt. Kurz bevor er die Beute erreicht, zieht man sie mit Hilfe der Angel weg.
Man kann nun die Beute um sich kreisen lassen, Richtungswechsel einbauen oder Sprünge provozieren, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Durch die Bewegung der Beute an der Reizangel wird der Hund zur Jagd provoziert.
Am Ende eines Durchganges "erlegt" der Hund immer seine Beute!
Da wir mit der Rinderkopfhaut arbeiten, ist die Jagd für den Hund "natürlich":
er hascht die Beute und frisst sie dann.
Seine Aufmerksamkeit und sein Bestreben wird noch mehr auf die Beute gelenkt
(das kann uns auch in anderen Situationen helfen).

Welche Hunde können mit der Reizangel beschäftigt werden?
Generell kann jedem ausgewachsenen Hund eine Jagd mit der Reizangel geboten werden.
Für Welpen und noch nicht fertig ausgewachsene Junghunde eignet sich diese Art der Beschäftigung nicht,
da ihre Bänder, Gelenke und Knochen noch nicht ausreichend gefestigt sind,
um den auftretenden Kräften Widerstand zu leisten.

Auch für ältere Hunde ist die Reizangel geeignet, denn das Tempo bestimmt der Hund selbst mit seiner Jagdgeschwindigkeit. Ist er nicht mehr so schnell, bewegt sich auch die Beute nicht so schnell und er verliert sie nicht aus den Augen und somit das Interesse.
Außerden ist die "Jagdzeit" variabel, ein kräftiger, körperlich fitter Hund kann länger nach der Beute streben, bei einem älteren Hund reichen schon 1-2 Richtungswechsel (ca. 1-2 Minuten!) aus und die Jagd endet mit "dem Erlegen" der Beute.

Körperlich fitte und gesunde Hunde sollten auch nicht länger als 5-10 Minuten am Stück mit der Reizangel jagen, dann ist eine größere Paue fällig!

Variationen!
Natürlich ist es schön für den Hund, einfach hinter der Beute her zu hetzen.
Aber es gibt für die Reizangel auch gute Variationsmöglichkeiten!
Sie fördern den Gehorsam und stärken die Beziehung Mensch - Hund zueinander.
Eine relativ einfache Variation ist es, den Hund absitzen zu lassen und die Angel "auszuwerfen".
Dabei steigert sich die Spannung für den Hund und er lernt, erst auf Kommando loszustürmen.
Später kann man kleine Schwierigkeiten einbauen, z.B. wenn man die Beute an der Angel langsam bewegt, der Hund aber trotzdem noch warten muß. Man kann dabei gut beobachten, welche Reizintensität der Hund gerade noch erträgt, bevor er losrennt. Dementsprechend kann man die Intensität langsam steigern.

Absolute Königsdisziplin ist es dann, den Hund mitten in der Hatz abrufen oder abpfeifen zu können, oder ihn ins "Down" legen zu können. Diese Schwierigkeit bedarf vieler Übungen und großem Einfühlungsvermögen des Menschen, denn wir arbeiten ja nicht mit Gewalt oder Zwang!
Und wer seinen Hund von dieser spannenden Beute in voller Jagd abrufen kann, der beherrscht ihn auch bei einem ungeplanten Spurt hinter echtem Wild.

Gefahren!!!
Die größte Gefahr ist wohl die Überforderung für den Hund! Diese Beschäftigung ist sehr anstrengend für ihn und es gibt wohl keinen Hund, der sich nicht immer weiter motivieren und begeistern lässst!
Hier ist nun wirklich die Vernunft des Menschen gefragt, den Hund nicht völlig zu überfordern!

Die Schnelligkeit des Laufes und die engen Wendungen machen vor der Hatz ein Aufwärmen nötig, um "Sportverletzungen" wie Muskelkater, gerissene Bänder oder Zerrungen zu vermeiden.

Reizangeltraining ist ein Hochleistungssport für den Hund!!!

Vorsichtig sollte der Mensch auch mit der Schnur sein, damit sich der Hund nicht im Lauf darin verheddert!
Das kann böse Verletzungen geben! Ratsam ist es, erst einmal "trocken" mit der Reizangel zu üben und sie ohne Hund einfach mal durch die Gegend zu schleudern. Dann bekommt man ein Gefühl für die Trägheit der Beute am Ende der Schnur.

Der Mensch sollte sich voll bewußt sein, wie spannend, aufregend und ablenkend die Reizangel ist und darum nicht ungeduldig werden, wenn Übungen wie Absetzen oder das Abrufen nicht sofort klappen!

Fangt langsam an und setzt Euch Ziele, die auch realistisch erreicht werden können, denn das Reizangeltraining soll beiden Partnern Spannung und Spaß bereiten!

http://dogranch.homepage.t-online.de/Reizangel.htm